Musik 21 Festival »Was sind das für Zeiten?«
09. bis 13. September 2026 | Göttingen
»Was sind das für Zeiten?« — schrieb Bertolt Brecht 1934 in seinem Gedicht An die Nachgeborenen und klagte an, dass ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen sei, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließe. So reagierte er auf künstlerische Weise auf das Schweigen über die Untaten seiner Zeit, die unseren wohl ähnlich sind: Faschismus, Militarismus, Kriegs- und Vernichtungsbedrohung und nicht zuletzt eine hegemoniale Unempfindlichkeit.
Was sind das für Zeiten, in denen wir leben? Wie könnte die Kunst – insbesondere die Musik – heute auf die Untaten unserer Zeit einwirken? Kann überhaupt das Nicht-Schweigen, oder vielleicht ein lautes, aufforderndes Schweigen jenseits einer Klangstruktur künstlerisch-musikalisch zum Ausdruck gebracht werden? Oder wäre das grundsätzlich unmöglich? – wie der Komponist Peter Ablinger in seiner Text-Komposition Unmögliche Stücke 2022-I demonstrierte: unmöglich ist, dass Kunst etwas gegen das Artensterben, den Kunstmarkt, das Wachstum und den Krieg bewirken könnte – aber auch gegen: »das Denken, dass Kunst etwas bewirken könnte«!
Schweigen oder Schreien? Agieren, reagieren — aber wie? Oder wegschauen?
In diesem Spannungsfeld zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Schrei und Stille, entfaltet das Musik 21 Festival 2026 sein Programm und greift erneut Brechts Frage auf: »Was sind das für Zeiten?« – eine Frage, die auch heute nichts an ihrer Aktualität verloren hat.
Künstlerische Leitung: Ehsan Khatibi
Das Programm: wird zu gegebener Zeit hier und auf musik21festival.de veröffentlicht.