12.09.2026 | 20:30
Göttingen
Nörgelbuff
»Love Fragments« | Musik 21 Festival
Charlotte Mundy & Marina Kifferstein
Porträtkonzert: Ashkan Behzadi
Ashkan Behzadi (geb. 1983) ist ein in New York lebender iranisch-kanadischer Komponist. Er erwarb seinen Doctor of Musical Arts in Komposition an der Columbia University, wo er bei Fred Lerdahl, George Lewis und Georg Friedrich Haas studierte. Davor schloss er sein Studium an der McGill University mit einem Bachelor in Komposition und Musiktheorie ab. Hier arbeitete er kompositorisch mit Chris Paul Harman und Brian Cherney zusammen. Ashkan Bezadi ist Preisträger des Academy of Arts and Letters Awards 2026, des Ernst von Siemens Kompositionspreises 2025 und Guggenheim Fellow für Musikkomposition 2021–2022.
Zu seiner kompositiorischen Arbeit
Die Themen Genreidentität und Genregrenzüberschreitung sowie das dialektische Verhältnis zwischen modernster lyrischer Dichtung und zeitgenössischer Musik haben in den vergangenen Jahren den Kern von Ashkan Bezadis ästhetischem Anliegen gebildet. Strukturell zeichnet sich seine Musik durch große Detailgenauigkeit aus und vermittelt eine kleinformatige, zarte lyrische Landschaft. Durch den Einsatz von Techniken der Allusion und des Pastiches als Fundament sucht seine Musik letztlich die kollektive Erinnerung an Folkloremusik hervorzurufen. Im Porträtkonzert »Love Fragments« interpretieren die Sopranistin Charlotte Mundy und die Violinistin Marina Kifferstein seine Werke.
»Was sind das für Zeiten?« – Das Musik 21 Festival 2026
Schweigen oder Schreien? Agieren, reagieren — aber wie? Oder wegschauen? Im Spannungsfeld zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Schrei und Stille, entfaltet das Musik 21 Festival 2026 sein Programm und greift Bertolt Brechts Frage auf: »Was sind das für Zeiten?« – eine Frage, die auch heute nichts an ihrer Aktualität verloren hat.
»Was sind das für Zeiten?«, schrieb Bertolt Brecht 1934 in seinem Gedicht An die Nachgeborenen und klagte an, dass ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen sei, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließe. So reagierte er auf künstlerische Weise auf das Schweigen über die Untaten seiner Zeit, die unseren wohl ähnlich sind: Faschismus, Militarismus, Kriegs- und Vernichtungsbedrohung und nicht zuletzt eine hegemoniale Unempfindlichkeit. [Weiterlesen]