13.09.2026 | 11:00
Göttingen
Kulturzentrum musa
»Porträtkonzert: Tomoya Yokokawa« | Musik 21 Festival
Musiker:innen des Göttinger Symponieorchesters
Das Porträtkonzert versammelt sechs Werke für Streicher, darunter vier Uraufführungen des Komponisten Tomoya Yokokawa. Auf das Festival-Motto »Was sind das für Zeiten?« antwortet Tomoya Yokokawa nicht mit einem Argument, sondern mit Klang: mit seinem neuen Streichquartett »Voiceness«, ein Kompositionsauftrag von Musik 21 Niedersachsen. Hierfür ist Tomoya Yokokawa der Frage nachgegangen, warum Musik und das Komponieren für ihn unverzichtbar sind.
Um es vorweg zu nehmen: Klang ist für Tomoya Yokokawa nicht einfach eine Folge von Tönen, sondern ein Zustand, der aus einer inneren Stimme hervorgeht – ein Dialog des innersten Selbst mit dem Unsichtbaren. Er möchte Musik schreiben, die an Klänge erinnert, die die Welt vielleicht vergessen haben könnte. Wie jenes handgeschriebene Manuskript aus dem Jahr 2014, das er beim Ordnen seines Bücherregals wiederfand – und mit ihm jene Zeit. Das Stück »legno e crini« wird in diesem Konzert zum ersten Mal gespielt – zwölf Jahre später. Beim diesjährigen Musik 21 Festival wird all dies hörbar.
»Was sind das für Zeiten?« – Das Musik 21 Festival 2026
Schweigen oder Schreien? Agieren, reagieren — aber wie? Oder wegschauen? Im Spannungsfeld zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Schrei und Stille, entfaltet das Musik 21 Festival 2026 sein Programm und greift Bertolt Brechts Frage auf: »Was sind das für Zeiten?« – eine Frage, die auch heute nichts an ihrer Aktualität verloren hat.
»Was sind das für Zeiten?«, schrieb Bertolt Brecht 1934 in seinem Gedicht An die Nachgeborenen und klagte an, dass ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen sei, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließe. So reagierte er auf künstlerische Weise auf das Schweigen über die Untaten seiner Zeit, die unseren wohl ähnlich sind: Faschismus, Militarismus, Kriegs- und Vernichtungsbedrohung und nicht zuletzt eine hegemoniale Unempfindlichkeit. [Weiterlesen]
Dank
Das Konzert wird ermöglicht durch ein Stipendium des Künstlerhof Schreyahn.