11.09.2026 | 19:30
Göttingen
WERKRAUM
»L’invitation – Die Einladung« (UA) | Musik 21 Festival
Collectif Barbare, Boat People Projekt und Menschen aus Göttingen
Ein Abend für Alle, mit viel Musik und Menschen. Ein partizipatives Musiktheater und Vermittlungsprojekt mit Jugendlichen verschiedenster Herkunft, Nationalitäten, Gender und sexueller Orientierung.
»L’invitation« – Die Uraufführung
Alle Kulturen haben ihre eigenen Feste und feierlichen Rituale. Gastgeber:in zu sein, ist auf der ganzen Welt ein hohes Gut. Das collectif barbare lädt gemeinsam mit ihrem Ensemble aus Menschen verschiedener Herkunft die Zuschauer:innen zu einem ganz eigenen Fest ein, das alle an einem Tisch versammelt und das Theater zu einem Ort der Begegnung mit dem Fremden macht.
Zu einer angenehmen Hintergrundmusik betritt das Publikum den Saal. Es entdeckt einen einladenden Raum mit Tischen und Bänken, eine Ausstattung, die vielleicht an eine Firmenfeier oder eine Gala zum Jahresende erinnert. Das Stück, das mitten im Publikum aufgeführt wird, beginnt mit einem Orchester und Liedern, Überraschungen für die Kinder und Durchsagen an den Mikrofonen. Aus diesem Anfang heraus entwickelt sich eine mehrschichtige akustische und visuelle Reise. Der Raum verwandelt sich in eine Betriebskantine oder in die Lounge eines Luftschiffes, und plötzlich sind wir Teil einer Hochzeitsfeier unter freiem Himmel im Süden Afghanistans. Wie in einem Kaleidoskop öffnen sich im Lauf dieser magischen Tour unterschiedliche Lebenswelten, die die Realität der Mitwirkenden theatralisch überhöhen und so sichtbar machen.
Eine Einladung bedeutet in den meisten Fällen, dass die eingeladene Person willkommen ist und dass ihre Anwesenheit erwünscht ist. Ein Aspekt, der eine ganz andere Bedeutung bekommt, wenn man feststellt, dass ein guter Teil der Teilnehmer:innen von L’INVITATION die jetzt da mitten im Publikum auf den Festbänken sitzen, in der Schweiz vielerorts nicht gerade willkommen ist.
»Was sind das für Zeiten?« – Das Musik 21 Festival 2026
Schweigen oder Schreien? Agieren, reagieren — aber wie? Oder wegschauen? Im Spannungsfeld zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Schrei und Stille, entfaltet das Musik 21 Festival 2026 sein Programm und greift Bertolt Brechts Frage auf: »Was sind das für Zeiten?« – eine Frage, die auch heute nichts an ihrer Aktualität verloren hat.
»Was sind das für Zeiten?«, schrieb Bertolt Brecht 1934 in seinem Gedicht An die Nachgeborenen und klagte an, dass ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen sei, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließe. So reagierte er auf künstlerische Weise auf das Schweigen über die Untaten seiner Zeit, die unseren wohl ähnlich sind: Faschismus, Militarismus, Kriegs- und Vernichtungsbedrohung und nicht zuletzt eine hegemoniale Unempfindlichkeit. [Weiterlesen]
Dank
Eine Kooperation von collecitf barbare und Boat People Projekt mit Musik 21 Niedersachsen (NGNM e.V.)