Grafik: James Poelmann

Klangbrücken 2021 – Musique spectrale

Klangbrücken 2021 – Musique spectrale
Digitales Festival | 6. bis 12. Mai 2021

„Ein Ton wird zur Klangfarbe, ein Akkord zum Spektralkomplex, und ein Rhythmus zu einer Welle von unvorhersehbaren Dauern.“ Mit diesen Worten umschrieb der Komponist Gérard Grisey die Klangauffassung der „Musique spectrale“, die sich Anfang der 70er-Jahre im Umkreis des Pariser Forschungsinstitutes IRCAM und des Ensembles L’Itinéraire herausbildete und als eine der bedeutendsten Gegenwartsströmungen der Neuen Musik gilt. Grundlage sind dabei nicht abstrakte Tonordnungen, sondern die physikalische Analyse konkreter Klänge, deren Ergebnisse auf die Komposition für herkömmliches Instrumentarium übertragen werden. Dabei entsteht eine höchst sinnliche und farbige Musik feinster klanglicher Nuancen, die den Hörer ins Innere des Klanges führt. Die Werke der Wegbereiter der „Musique spectrale“ – neben Grisey waren dies u.a. Tristan Murail, Michael Lévinas oder Hugues Dufourt – haben zahlreiche Komponisten der nachfolgenden Generation, auch außerhalb Frankreichs, nachhaltig beeinflusst.

Nachdem das bereits für 2020 geplante Festival pandemiebedingt abgesagt werden musste, wird es in diesem Jahr in erweiterter und leicht modifizierter Form als Stream nachgeholt, wiederum ausschließlich unter Mitwirkung Hannoverscher Ensembles. Im Zeitraum vom 6. bis 9. Mai werden die Konzerte sukzessiv bei youtube gestreamt (der genaue Zeitplan sowie die Zugangsdaten werden noch bekanntgegeben) und bleiben danach bei freiem Zugang bis zum 12. Mai im Netz abrufbar. Alle Konzerte werden flankiert von Einführungen bzw. Künstlergesprächen.

Weitere Informationen in Kürze.

➡️  musik21niedersachsen.de/klangbruecken