Drei Musiker und eine Musikerin des Ensemble Megaphon mit Instrumenten
Foto: Markus Golletz

Lenka Župková, Violine
Vlady Bystrov, Klarinette und Saxophon
Ehsan Ebrahimi, Santur
Johannes Keller, Kontrabass
Willi Hanne, Perkussion

Tickets und mehr Informationen unter: gso-online.de/en/horizonte/

Olga Neuwirth (*1968): Spleen III pro baritonsaxophon (2021)
Ehsan Ebrahimi (*1984): Persische Miniaturen für Ensemble
Annette Schlünz (*1964): Ultime tentative für Ensemble
Eliane Radigue (*1932): Occam Océan für Ensemble

Dauer: ca. 40 Min.

Junges Theater
Bürgerstraße 15, Göttingen, Deutschland

06.06.2026 | 19:30
Göttingen
Junges Theater

»Radikale Freiheit«

Ensemble Megaphon

Wie klingt Radikalität, wenn sie leise wird? Wenn sie sich nicht durch Lautstärke, sondern durch Reduktion und Pausen zwischen den Tönen behauptet? Das Konzert »Radikale Freiheit« des Ensemble Megaphon lädt dazu ein, diese Fragen sinnlich zu erfahren. Die Werke von Eliane Radigue eröffnen fragile, beinahe zeitenthobene Klangräume: mikrotonale Schichtungen, die sich langsam verschieben und eine intensive Form des Hörens verlangen. Radikal ist hier die Reduktion – das konzentrierte Lauschen auf minimale Veränderungen. Annette Schlünz übersetzt in ihrer konzeptionellen Partitur Texte des französischen Poeten Christophe Tarkos in eine schwebende Klangsprache. Sprache wird Klang, Bedeutung wird Bewegung – ein poetischer Raum zwischen Stimme und Musik entsteht. Mit den »Persischen Miniaturen« bringt Ehsan Ebrahimi das Santur sowie Modi des Maqam-Systems ein. Traditionelle Klangfarben und modale Strukturen entfalten sich dabei als lebendige, fein differenzierte Texturen, die Resonanzräume öffnen. Olga Neuwirth setzt schließlich mit expressiver Energie einen Kontrapunkt: Sie erkundet extreme instrumentale Grenzbereiche und führt das Publikum an die Ränder des Hörbaren – intensiv, körperlich, unmittelbar.

Im Anschluss an das Konzert bietet eine von Bernd Schumann moderierte Diskussion Raum für Austausch mit dem Publikum.

Konzert im Rahmen des Festivals Horizonte 2026 mit dem Thema »Sanfte Radikalität«