04.12.2026 | 20:00
Hannover
Kleiner Sendesaal des NDR
Musik 21 im NDR: »Identities«
Flex Ensmble
Werke von Ana Sokolović, Snežana Nešić, Goran Stevanovich und anderen stehen am 4. Dezember auf dem Programm des Flex Ensembles beim zweiten Konzert der Reihe »Musik 21 im NDR«.
Unter dem Titel »Identities« lädt das Flex Ensemble zu einer tiefgründigen Erkundung des Begriffs »Identität«. Das Konzert wird von der in Montreal lebenden serbisch-kanadischen Komponistin Ana Sokolović kuratiert. Als Schlüsselfigur der zeitgenössischen Musik verbindet sie in ihrem Werk den rhythmischen Reichtum der Balkan-Folklore mit spielerischen Vorstellungen und Einflüssen verschiedener künstlerischer Disziplinen.
In diesem persönlichen Projekt wird die Komponistin nicht nur durch ihre eigenen Werke, sondern auch durch ihre gezielte Programmwahl vorgestellt. »Die Commedia dell’arte, eine unerschöpfliche Quelle von Figuren, hat mich seit meiner Kindheit geprägt. Die Figuren verkörpern auf eindrucksvolle Weise die Archetypen gesellschaftlicher Rollen weltweit«, sagt Sokolović. Daher bildet die Uraufführung ihrer Bearbeitung von »Commedia dell’arte« für Klavierquartett den Kern dieses Konzertprogramms. Darüber hinaus werden weitere Werke von Sokolović zu hören sein – wie »Portrait Parle« für Klaviertrio, »Splendor Sine Occasu« für Klavierquartett und »Serbian Tango« für Streichtrio und Akkordeon mit dem Akkordeonisten Goran Stevanovich, sowie unter anderem »Embracing the Darkness Blue« für Klavierquartett von Snežana Nešić.
Identität wird in diesem Konzertprojekt nicht als statischer Zustand, sondern als ein lebendiges Echo verstanden – geprägt von Erfahrungen, sozialen Beziehungen und äußeren Rückmeldungen, die sich ständig verschieben. Durch die Einbindung neuer und alter Werke sowie durch Gespräche, Literatur, Briefe oder Poesie werden die Programme kontextualisiert und eröffnen neue Hörperspektiven. So verbindet das Flex Ensemble die Musik auf besondere Weise, um ihren Klang von innen heraus zu entdecken und zu genießen. Das Konzert eröffnet dem Publikum damit eine völlig andere und frische Sicht auf bekannte Werke, bringt bislang verborgene Details ans Licht und lässt Kammermusikherzen höherschlagen. So entsteht eine unmittelbare Berührung zwischen Musik und Publikum.