»Was sind das für Zeiten?«

Eine Frage, die heute schärfer klingt denn je, wenn über Bäume sprechen fast schon ein Verbrechen ist, weil es das Schweigen über Untaten einschließt. Wenn Faschismus, Militarismus und die Bedrohung der Demokratie und der Menschenrechte unsere Lebensrealität bestimmen. »Was sind das für Zeiten?«, fragte Bertolt Brecht bereits in den 1930ern in seinem Gedicht An die Nachgeborenen!

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Das Musik 21 Festival stellt sich genau dieser Frage: »Was sind das für Zeiten?« Vom 09. bis 13. September 2026 begrüßen wir Sie in Göttingen, um im Spannungsfeld zwischen Schrei und Stille, Macht und Ohnmacht die Rolle der Kunst zu befragen. Kann Musik zum »Nicht-Schweigen« werden? Oder ist die Idee einer wirksamen Kunst gegen Artensterben, Krieg oder den Markt selbst eine Illusion? Unter der künstlerischen Leitung von Ehsan Khatibi erörtern internationale Künstler:innen in sieben verschiedenen Konzerten eben diese Fragen – und geben definitiv keine konventionellen Antworten.

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Eine Tradition der Auseinandersetzung

Seit 2008 setzt das Netzwerk Musik 21 Niedersachsen dieses Programm konsequent um: Es analysiert kulturelle Realitäten – lokal in Niedersachsen, aber auch international – und leitet daraus eine künstlerische Programmatik ab, die sich an den aktuellen Herausforderungen orientiert. Von »Totalitarismus« über »Radikale Realitäten« (2022) über »Kipppunkte« (2023), »Übergänge« (2024) und »Fremde« (2025) haben sich die vergangenen Festivalthemen immer wieder als Spiegel der Zeit bewährt.

In einer Ära großer Komplexität, geprägt von Krisen und steigenden Anforderungen für die freie Kulturszene, will Musik 21 auch im Jahr 2026 eine aktive Rolle übernehmen und nicht nur reagieren, sondern sensibilisieren. Nicht nur Probleme benennen, sondern kreative Impulse setzen – zum zweiten Mal unter der Leitung von Ehsan Khatibi.