A. Schmeling

Ramina Abdulla-Zadè, Sopran

Ensemble L’ART POUR L’ART:
Astrid Schmeling (Flöte/Vorleserin)
Nele B. Nelle (Klarinette)
Imke Dithmar-Baier (Violine/Viola)
Uschik Choi (Violoncello)
John Eckhardt (Kontrabass)
Ulf Mummert (Gitarre)
Michael Schröder (Gitarre/ Perc./ mus. Leitung)
Hartmut Leistritz (Klavier/Toy Piano)
Rie Watanabe (Percussion),
Stefan Troschka (Klangregie)

Kasse im Künstlerhaus

PROGRAMM vom 3. Dezember 2023

11 Uhr | Hofsaal | Konzert

Matthias Kaul: »Glowing Sea« (2010) für Flöte, Kontrabass, Percussion und Zuspielung

Joanna Bailie: »Artificial Environment« (2011/2014) für Flöte, Klarinette, Violine/Viola, Violoncello, Klavier und Zuspielung

Malcolm Goldstein: »configurations in darkness« (1995) für freie Besetzung

Per Nørgård: »Seadrift« (1978) für Sopran, Flöte, Violine, Violoncello, Gitarre, Klavier u. Percussion

Im Literaturhaus/Lichthof und im Eingangsbereich Kleine Video-Sequenzen aus der Experimentierküche von Neo Hülcker und Matthias Kaul, entstanden 2015, werden als kurze Interventionen hin und wieder auftauchen.
2019 begannen Matthias Kaul und Neo Hülcker mit einer dreiteiligen Video-Installation, die 2020 fortgesetzt werden sollte und aus bekannten Gründen unvollendet blieb.

Kommunales Kino Hannover im Künstlerhaus
Kino im Künstlerhaus, Sophienstraße, Hannover, Deutschland

03.12.2023 | 11:00
Hannover
Kommunales Kino Hannover im Künstlerhaus

»Und was hören wir jetzt?«

Ensemble L'ART POUR L'ART

40 Jahre Ensemble L’ART POUR L’ART | Ein Festival in 2 Teilen

40 Jahre Ensemblegeschichte, Zeugen, Teilhabe und Mitgestaltung an einem beträchtlichen Zeitabschnitt jeweils gegenwärtiger Kunstmusik. Tendenz: Der künstlerische Weg weitet und öffnet sich weiterhin.
Nicht vielen Ensembles, zumal solchen, die nicht im Laufe ihrer Geschichte den Status institutioneller Förderung erfahren haben, ist es vergönnt, über so lange Zeit in unterschiedlichen Arbeitsfeldern der zeitgenössischen Musik zusammenzuarbeiten. Um dieses Ereignis zu feiern, möchte L’ART POUR L’ART am 2. und 3. Dezember 2023 ein kleines Festival in Hannover begehen.

3. Dezember 2023

11 Uhr | Hofsaal | Konzert

Das Konzert wird sich mit dem Aufeinandertreffen von Künstlichkeit und Natur beschäftigen, mit der Rätselhaftigkeit und dem Zauber von Natur, mit Ressourcen, mit Ausbeutung und Macht.

16 Uhr | Treppenhaus / Fahrstuhl

»Passagen« Eine situative Klanginstallation von Neo Hülcker und Stefan Troschka für das Ensemble L’ART POUR L’ART (UA 2)

Etwas macht sich auf den Weg. Die Idee eines Musikinstruments in vielfacher Erscheinung, in jeder Erscheinung mit seiner Musik. Jedes Element sucht sich seinen Ort, korrespondiert mit dem Raum, entfaltet seinen Klang. Wie handpolierte Edelsteine einer Kette, wie kleine Läden entlang eines Straßenzuges oder einer überdachten Passage, wie sie im 19. Jahrhundert in Paris aufkamen.
Flanieren, kleine Dinge, schöne Auslagen, besondere Objekte betrachten, sehen und gesehen werden, sich in Cafés mit anderen treffen, diskutieren – um was? Und schon vorbei. Urbanes Leben im Vorübergehen, in der Leichtigkeit genießen oder sich verlieren, noch dazu in einem geschützteren Raum als im Freien und doch in der Unverbindlichkeit einer Öffentlichkeit – die Flüchtigkeit des Flanierens braucht Zeit. Dieses Paradox steckt in den Möglichkeitsräumen der Passage, in den Verheißungen, in den Assoziationssprüngen, den unvollendeten Gedanken und plötzlichen
Anwehungen, die sofort wieder verschwinden. Aber es bleibt etwas. Morgen begibt man sich wieder in eine Passage. Vielleicht fügen sich irgendwann Mosaiksteinchen zusammen.
In dieser Art wirksame Passagen suchen sich in der Gegenwart andere Orte; die alten Passagen sind dem Zynismus des normierten Spätkapitalismus gewichen. Das Projekt „Passagen“, eine Klanginstallation von Neo Hülcker und Stefan Troschka, wird sowohl für das Alte Forsthaus Habichtshorst in Winsen als auch für das Treppenhaus im Künstlerhaus Hannover für je eine Aufführung konzipiert. Das Werk verändert sich je nach den räumlichen Voraussetzungen, es tritt mit den Räumen in Resonanz, schafft jeweils eigene Wege, die zum Flanieren einladen. Die beiden so unterschiedlichen Orte erhalten daher ihre spezifischen „Passagen“.

Es sollte eine Widmung für eine verstorbene alte Dame werden, die viel Zeit damit zubrachte, Streichholzschachteln mit Geschenkpapier zu bekleben und kleinen Bändchen zu versehen, damit man die Schachteln besser aufziehen könne. Alle, die die alte Frau traf, ob sie es nun wollten oder nicht, wurden mit einer solchen Schachtel beschenkt. Nach ihrem Tod fand man 5 große Müllsäcke gefüllt mit diesen Streichholzschachteln im Keller. Matthias Kaul war bewegt durch die komplexe Botschaft dieses Tuns: die unterschwellig aggressive, übergriffige Fürsorglichkeit gepaart mit dem Überwindungsversuch von Langeweile, von Einsamkeit und der Werbung um Zuwendung. Er beschloss, gemeinsam mit Neo Hülcker diese Geschichte posthum mit Würde einer Auflösung zuzuführen. Nun möchten Neo Hülcker und Astrid Schmeling gemeinsam den zweiten und dritten Teil, für die es bereits ein Konzept gab, vollenden. Mehr wird nicht verraten.