+++ DAS KLANGBRÜCKEN FESTIVAL 2020 wird auf 2021 verschoben: 21. bis 25. April 2021 +++

Musique spectrale

»Ein Ton wird zur Klangfarbe, ein Akkord zum Spektralkomplex, und ein Rhythmus zu einer Welle von unvorhersehbaren Dauern.« Mit diesen Worten umschrieb der Komponist Gérard Grisey die Klangauffassung der »Musique spectrale«, die sich Anfang der 70er-Jahre im Umkreis des Pariser Forschungsinstitutes IRCAM und des Ensembles L’Itinéraire herausbildete und als eine der bedeutendsten Gegenwartsströmungen der Neuen Musik gilt. Grundlage sind dabei nicht abstrakte Tonordnungen, sondern die physikalische Analyse konkreter Klänge, deren Ergebnisse auf die Komposition für herkömmliches Instrumentarium übertragen werden. Dabei entsteht eine höchst sinnliche und farbige Musik feinster klanglicher Nuancen, die den Hörer ins Innere des Klanges führt. Die Werke der Wegbereiter der »Musique spectrale« – neben Grisey waren dies u.a. Tristan Murail, Michael Lévinas oder Hugues Dufourt – haben zahlreiche Komponisten der nachfolgenden Generation, auch außerhalb Frankreichs, nachhaltig beeinflusst.

PROGRAMMKOORDINATION Klaus Angermann